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Wenn wir einmal überlegen, warum uns der eine oder andere Song gefällt, so sind es gewöhnlich die Melodie des Liedes und die Art und Weise, in der das Lied interpretiert wird, die uns besonders ansprechen.
Dabei wird schnell klar, dass nicht die Menge der Akkorde oder Töne, die der Musiker in kurzer Zeit zum Besten gibt, unser Wohlbefinden beeinflusst, sondern Einfühlung und ein sauber gespielter Takt.
In der ganzheitlichen Lehrmethode, die sich auf Prinzipien des japanischen Musikpädagogen Shinichi Suzuki stützt, werden daher auch in der ersten Unterrichtsstunde nur so viele Akkorde vermittelt, wie der
Schüler braucht, um das erste Lied spielen zu können. Durch weitere Lieder mit den gleichen Harmonien werden diese in anderen Zusammenhängen geübt; neue Akkorde kommen allmählich hinzu und ergänzen den sich
festigenden Akkordschatz. Durch das kontinuierliche Arbeiten mit vertrauten Akkordfiguren findet sich der Schüler schnell in einem neuen Lied zurecht; er weiß, wie er vorgehen kann, und fühlt sich in der Materie zu
Hause. Parallel dazu werden Taktfestigkeit und Rhythmusgefühl in gemeinsamen, nach Schwierigkeitsgrad gestaffelten Übungseinheiten trainiert.
Da das Lied und der sauber gespielte Takt im Mittelpunkt stehen, wird das Erlernen von neuen Akkorden nach kurzer Zeit für die Schüler zu einer selbstverständlichen Nebensache.
Aber auch die Musiktheorie kommt nicht zu kurz; im Gegensatz zur klassischen Methode ist hier jedoch kein Abspielen von Noten, sondern das Ablesen von Text und Akkorden gefragt. Daher ist das Wissen um die
Zusammenhänge aus der Akkord- bzw. Harmonielehre für uns wichtiger. Komplexe Inhalte wie die Harmonielehre werden aber mit grafischen Hilfsmitteln so vereinfacht dargestellt, dass auch jüngere Schüler sie schnell
verstehen können.Weitere Schwerpunkte sind das Arrangieren von Liedern bis hin zur eigenen Komposition bzw. Vertonung ausgesuchter Texte sowie eine grafische Methode zum Erlernen des Solospiels auf E- und
Akustik-Gitarre (vgl. Solospiel nach grafischen Prinzipien weiter unten).
Wir versuchen, ausschließlich in der Gruppe zu arbeiten, wodurch Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Selbstdisziplin bei den Schülern gefördert werden, Qualitäten, die in der musikalischen Praxis
wie auch im Schulalltag unverzichtbar sind. Mit zunehmendem Können und Zusammenhalt der Gruppe formieren sich die Schüler zu Bands, für die Auftritte in der Umgebung organisiert werden.
Durch die Erarbeitung des Bandrepertoires und die anschließenden Auftritte lernen die Schüler, Lampenfieber und Angst vor dem Publikum zu überwinden. Die Auftrittspraxis vermittelt den Schülern
kontinuierliche Erfolgserlebnisse und versetzt sie in die Lage, auch in der Schule Herausforderungen mit Selbstvertrauen zu begegnen, z. B. beim Umgang mit Stress und Prüfungsangst.
Eine abschließende Lernstufe besteht für die Mitglieder der Schülerbands darin, selbst bzw. mit Hilfe des Lehrers Auftritte zu organisieren, das Booking zu gestalten, den Umgang mit Bühnentechnik und das
Aussteuern über eine Beschallungsanlage zu lernen, um diese Aufgaben auch bei anderen Musikgruppen übernehmen und im Gegenzug dafür bei eigenen Aktivitäten Unterstützung erhalten zu können.
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