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Die S-Guitar bei Rattling Strings


Als die kanadische Popsängerin Sarah McLachlan (Angle, Building a Mystery, Ice Cream) im zarten Alter von 5 Jahren Gitarre lernen wollte, gab ihr eine Nachbarin stattdessen Stunden auf der Ukulele. Sarahs Finger waren einfach zu klein und zu schwach, um Gitarrensaiten zu greifen.

Als erfahrener Gitarrenlehrer kenne ich dieses Problem, das Kinder unter 8 bis 9 Jahren haben und nur durch langwieriges Training in den Griff zu bekommen ist.

Auf die Idee, ein 4-saitiges Begleitinstrument zu unterrichten, kam ich durch meine Arbeit in der irischen Folkformation Currach (www.currach.de) mit Mandola und Irish Bouzouki. Auf diesen Instrumenten kann man überwiegend Akkorde spielen, die mit nur 2 Fingern gegriffen werden - und somit sehr einfach zu erlernen sind.

Zusammen mit dem Gitarrenbauer Stefan Bosch aus Köln suchte ich dann nach einem passenden Instrument. Wir fanden es in der Bariton-Ukulele, die etwa doppelt so groß ist wie die bekannte Sopran-Ukulele. Sie sieht aus wie eine kleine Gitarre, hat aber nur 4 statt 6 Saiten. Als S-Guitar modifiziert durch einen anderen Saitentyp und eine andere Stimmung, ist es möglich, den jüngeren Schülern dieses Instrument in kürzester Zeit zu vermitteln.

Es ist aber auch möglich, eine normale akustische Gitarre, ja selbst eine E-Gitarre, mit vier Saiten zu bespannen und sie auf die S-Guitar-Stimmung umzustimmen.

Das Buch zum Instrument

Gitarre, S- und XS-Guitar im Größenvergleich

Der erste Versuch, Schülern die S-Guitar nahezubringen, war ein voller Erfolg: Schon nach der ersten Stunde konnten die Schüler ihr erstes Lied begleiten.

Mittlerweile kommen Kinder, die bereits herkömmlichen Gitarrenunterricht hatten, zu mir und sind glücklich, wenn sie feststellen, wie einfach dieses Instrument im Vergleich zur Gitarre ist. Wie mir die Eltern versichern, üben sie viel oder fangen aus eigener Initiative an, andere Lieder als die bei mir erlernten zu spielen - was sie im früheren Gitarrenunterricht nicht taten.

Mittlerweile haben die ersten Schüler das richtige Alter erreicht, um auf die herkömmliche Gitarre mit sechs Saiten umzusteigen. Wie sich immer wieder zeigt, ist das relativ einfach. Die Schüler kennen das Spielgefühl, wissen, wie man die Saiten beim Akkordspiel greift, und können die Akkordtabellen lesen. So ist die Umstellung auf Gitarre kein Problem. Trotzdem spielen wir weiterhin gelegentlich die S-Guitar, oder ich bringe ein anderes Instrument aus der Familie der vierchörigen Saiteninstrumente mit, das die Schüler ausprobieren können. So viele Instrumente zu beherrschen, macht die Kinder stolz.

Wer Gitarre lernt, kann Gitarre spielen. Wer aber S-Guitar lernt, kann auch Mandoline, Mandola, Mandriola, Irish Bouzouki und Banjo spielen.

Kurse biete ich derzeit in Köln-Weiß und in Bonn-Duisdorf an.

Der Gitarrenbauer Stefan Bosch in Köln hat zwei Instrumenttypen, die kleine Sopran- und die größere Bariton-Ukulele, umgerüstet als XS- und S-Guitar, im Angebot. Weiter sind bei ihm speziell für diese Stimmung zusammengestellte Saitensätze für das Instrument erhältlich.